
Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL) gibt einen Überblick über verschiedene Gehörschutzarten und bietet Hilfe bei Tinnitus
Wuppertal, 17.07.2026) Die Festivalsaison hat gestartet. Egal, ob man Pop, Rock, Metal, Punkrock oder elektronische Musik hört – eines sollte auf Festivals und Konzerten nicht fehlen – der Gehörschutz. Denn: Laute Musik, so sehr wir sie auch lieben, kann das Ohr schädigen und Tinnitus hervorrufen. Weil eine zu hohe Lärmbelastung ein häufiger Auslöser von Tinnitus ist, macht die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL), die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert, auf die Bedeutung von Gehörschutz bei Festival- und Konzertbesuchen aufmerksam. Welche Arten des Gehörschutzes gibt es und was kann man tun, wenn Ohrgeräusche auftreten?
Viele Konzertgängerinnen und Clubbesucher dürften das kennen: Man kommt nachts nach Hause und hat dieses Rauschen oder Pfeifen in den Ohren. Oft ist es dann am nächsten Morgen verschwunden – aber was, wenn nicht? Bei einem Rockkonzert können 100 Dezibel (dB) erreicht werden, bei einer Technoparty sogar 110 Dezibel. Dabei sind Geräusche im Allgemeinen bereits ab einer Lautstärke beziehungsweise einem Schalldruckpegel von 85 Dezibel für das Gehör schädlich, wenn sie über eine gewisse Dauer einwirken. Ab diesem Pegel sollten Ohren geschützt und Gehörschutz getragen werden, um Hörschäden und/oder Tinnitus zu vermeiden.
In den vergangenen Jahren ist dafür unter Konzertgänger*innen durchaus schon ein Bewusstsein entstanden und man sieht auf Musikveranstaltungen immer mehr Menschen mit Gehörschutz. „Leider gibt es aber immer noch viele Musikfans, die keinen Gehörschutz tragen und damit riskieren, dauerhafte Hörschäden und/oder Tinnitus zu bekommen“, sagt die Hörakustikmeisterin Dipl.-Ing. Siegrid Meier, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Tinnitus-Liga. „Eine zu hohe Lärmbelastung ist ein häufiger Auslöser von Tinnitus. Gerade deshalb ist es immens wichtig, auf Festivals und Konzerten Gehörschutz zu tragen.“
Gehörschutz – von einfach bis anspruchsvoll
Um das Gehör zu schützen, gibt es für die unterschiedlichen Bedürfnisse eine große Bandbreite – von simpel und günstig bis anspruchsvoll und kostenintensiver. Schaumstoff- und Wachsstöpsel sind kostengünstig und universell sofort einsetzbar, haben aber eine geringe Haltbarkeit, sitzen im Ohr nicht immer optimal und auch der Sound kann leiden.
Lamellenförmige Gehörschutzstöpsel aus Kunststoff sind auch nicht allzu teuer, universell und nach Bedarf sofort einsetzbar und bieten eine längere Haltbarkeit. Es gibt verschiedene Ausführungen, beispielsweise auch mit zusätzlichen Filtern für Musiker*innen oder Konzertbesucher. Einen perfekten Sitz und ein besseres Klangerlebnis bietet individuell angefertigter Gehörschutz, den man beim Hörakustiker bekommt. Dieser ist etwas kostenintensiver, dafür kann man ihn dauerhaft nutzen und es gibt zusätzliche Filter, beispielsweise für Musiker*innen und Konzertgänger*innen. Wofür auch immer man sich entscheidet – es ist außerordentlich wichtig, dass man überhaupt einen Gehörschutz trägt.
Was tun bei Tinnitus?
Was tun, wenn das Rauschen oder Piepen nicht wieder verschwindet? Wenn ein Tinnitus erstmals auftritt, kann getrost ein bis zwei Tage abgewartet werden, ob er von selbst wieder verschwindet (wie in den allermeisten Fällen). Bleibt das Ohrgeräusch, sollte eine HNO-Ärztin oder ein HNO-Arzt aufgesucht werden. Ein akuter Tinnitus ist kein Notfall, wird aber als Eilfall angesehen.
Selbst wenn die Ohrgeräusche nach der Akutphase bleiben (chronischer Tinnitus), können die Betroffenen sehr gut lernen, diese zu überhören. Es gibt viele Möglichkeiten, einen belastenden Tinnitus durch Gewöhnung in einen absolut erträglichen Tinnitus umzuwandeln. Hierzu stehen verschiedene Therapiebausteine zur Verfügung wie die HNO-ärztliche Behandlung, eine gut verständliche Aufklärung und Beratung, die kognitive Verhaltenstherapie, Hörtherapie, gegebenenfalls eine Hörgeräteversorgung, Progressive Muskelentspannung und Stressbewältigungsstrategien. Der Erfahrungsaustausch in Selbsthilfegruppen ist ebenfalls ein sehr wirksames Mittel im Umgang mit Ohrgeräuschen. Die Deutsche Tinnitus-Liga bietet fundierte Informationen und Unterstützung: www.tinnitus-liga.de. Dazu gehören auch digitale Selbsthilfegruppen sowie die digitale Austauschplattform Junge DTL speziell für Tinnitus-Betroffene von 18 bis 35 Jahren: www.tinnitus-liga.de/selbsthilfegruppen
Pressekontakt
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