EFHOH‑Konferenz und AGM 2026 in Brüssel

Sechs Personen stehen nebeneinander vor einem Roll-up mit dem Schriftzug 'EFHOH'. Sie tragen überwiegend dunkle Kleidung und Namensschilder. Die Gruppe steht in einem hellen Raum mit zwei Stehtischen, einer Stehlampe und zwei gerahmten Plakaten an der Wand.
© EFHOH

Erfahrungsbericht: EFHOH‑Konferenz und AGM in Brüssel – ein Wochenende voller Austausch, Strategie und europäischem Spirit

Vom 17.-19. April 2026 war Brüssel der Treffpunkt für Menschen aus ganz Europa, die sich für die Rechte und Teilhabe von schwerhörigen Menschen einsetzen. Die EFHOH Annual Conference & AGM 2026 fand erstmals im Herzen der europäischen Politik statt – und genau das war zu spüren: Nähe zu Entscheidungsträgern, internationale Vernetzung und ein klarer Fokus auf die Zukunft.

Am Freitagnachmittag eröffneten die Präsidentin der EFHOH Lidia Best und Lucia Davoine von der EU-Generaldirektion die Veranstaltung.  

Das Motto lautete „From Policy to Practice: Advancing Hard of Hearing Inclusion Across Europe“ („Von der Politik zur Praxis: Förderung der Inklusion von Menschen mit Hörbeeinträchtigungen in ganz Europa“)

Es folgten insgesamt 6 Podiumsdiskussionen mit verschiedenen Vertretern der EU-Kommission, Rednern aus der Wirtschaft und anderen Organisationen.  Verschiedene Aspekte zu Inklusion von Menschen mit Hörbeeinträchtigungen wurden beleuchtet, z.B. 

  • Einsatz von assistiven Technologien, wie Ringschleifen und Auracast
  • Zusammenarbeit mit dem sog. European Disability Forum (europäisches Behindertenform)
  • Barrierefreie Bildungssysteme in Schule, Hochschule und Weiterbildung
  • Barrierefreiheit in Medien und Kultur
  • Technische Innovationen
  • Best‑Practice‑Beispiele aus nationalen Verbänden
  • Empowerment – Bedeutung von Selbstvertretung und Leadership

Besonders wertvoll war der Austausch darüber, wie Organisationen in verschiedenen Ländern ähnliche Herausforderungen meistern – und wie man voneinander lernen kann.

Am Samstagnachmittag folgte das EFHOH Annual General Meeting, der formelle Teil nur für Mitglieder.  Insgesamt waren 23 Länder vertreten.

Hier wurden Berichte vorgestellt, strategische Ziele diskutiert und Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Die Diskussionen waren konstruktiv – getragen von dem gemeinsamen Ziel, die Lebensrealität schwerhöriger Menschen europaweit zu verbessern. Ein wichtiger Tagesordnungspunkt bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung war die Wahl des Vorstandes, wobei 2 Vorstandsmitglieder neu in den Vorstand hineingewählt wurden.

Darüber hinaus konnten 3 neue Mitglieder begrüßt werden:

  • aus Italien: National Association of the Deaf (ANS)
  • aus Malta: Gozo Association for the Deaf
  • aus Türkei: The Association of Children with Bionic Ears

An beiden Abenden blieb Zeit, um Kontakte zu knüpfen und sich zu vernetzen.

Am Sonntag stand das Museum „Parlamentarium“ auf dem Plan.

Fazit

Das Wochenende in Brüssel war mehr als eine Konferenz – es war ein starkes Signal. Ein Signal dafür, dass Inklusion nicht nur ein politisches Schlagwort ist, sondern ein europäisches Gemeinschaftsprojekt. Die Mischung aus Fachwissen, politischer Nähe, persönlichem Austausch und gelebter Barrierefreiheit machte die Veranstaltung zu einem intensiven, motivierenden Erlebnis.

EFHOH hat gezeigt, wie wichtig es ist, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten – und dass Europa bereit ist zuzuhören, wenn Menschen mit Hörbeeinträchtigung ihre Perspektiven einbringen

Im nächsten Jahr ist der schwedische Verband der Ausrichter des jährlichen EFHOH Treffens in Stockholm.

Text

Antje Baukhage

Nach oben scrollen