Nachlese zum Aktionstag in Würzburg

Zelt mit Informationsständen des Deutschen Schwerhörigenbunds auf einem Platz vor historischen Gebäuden.
© Michaela Härtel

Der 14. Würzburger Gesundheitstag am 25. Juli 2026 lockte bei sommerlichen Temperaturen wieder zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die Innenstadt. An über 100 Informationsständen standen Gesundheit, Prävention und Selbsthilfe im Mittelpunkt.

Der Deutsche Schwerhörigenbund e.V. (DSB) war mit seinem Hörmobil am Marktplatz vertreten, während das Universitätsklinikum Würzburg am Oberen Markt über moderne Möglichkeiten der Hörversorgung informierte. Unser Hörmobil wurde erneut zum Anziehungspunkt. Viele Interessierte suchten das persönliche Gespräch ber Hörgesundheit, Hörgeräte, Cochlea-Implantate (CI) und den Alltag mit einer Hörbeeinträchtigung. Dabei zeigte sich, dass Hörprobleme aus Scham häufig zu lange verdrängt werden.

Marktstand mit grünem Pavillon und Informationsständen des Deutschen Schwerhörigenbunds vor einem weißen Fahrzeug auf gepflastertem Platz in einer Stadt mit historischen Gebäuden.
© Michaela Härtel

Besonders bereichernd war der Besuch von Prof. Dr. Stephan Hackenberg vom Universitätsklinikum Würzburg. Im gemeinsamen Austausch wurde deutlich, dass der Erfolg einer CI-Versorgung weit über die Operation hinausgeht. Eine sorgfältige Diagnostik, die individuelle Anpassung des Sprachprozessors sowie Hörtraining und Rehabilitation sind entscheidende Voraussetzungen für ein gutes Hörergebnis.

Unsere gemeinsame Botschaft lautete: 

Technik ist ein wichtiges Hilfsmittel – im Mittelpunkt steht immer der Mensch.

Hörgeräte und Cochlea-Implantate eröffnen neue Möglichkeiten der Kommunikation, ersetzen jedoch nicht das natürliche Gehör. Eine frühzeitige Beratung und die passende Versorgung sind daher von großer Bedeutung. Diese Einschätzung wurde auch vom Integrationsfachdienst Würzburg bestätigt.

Ein weiteres Thema waren die Kosten moderner Hörsysteme. Das Team der Hörgeräte Huth & Dickert GmbH erklärte anschaulich die Unterschiede zwischen zuzahlungsfreien und höherwertigen Hörgeräten und betonte, dass die Auswahl stets nach den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen erfolgen sollte.

Der Austausch mit dem Verein der Schwerhörigen und Ertaubten Würzburg und Umgebung, der Cochlea-Implantat-Selbsthilfegruppe Würzburg und weiteren Selbsthilfeorganisationen zeigte zudem, wie wichtig persönliche Begegnungen sind. Gerade junge hörgeschädigte Menschen suchen den direkten Kontakt zu Gleichgesinnten und schätzen den Erfahrungsaustausch. Für den Deutschen Schwerhörigenbund war der Gesundheitstag ein voller Erfolg. Die zahlreichen Gespräche bestätigten erneut, wie wichtig unabhängige Beratung, medizinische Kompetenz und die Arbeit der Selbsthilfe sind. Unser herzlicher Dank gilt den Organisatorinnen und Organisatoren sowie allen Besucherinnen und Besuchern für das große Interesse und die vielen wertvollen Begegnungen.

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